Wer hätte das gedacht? So völlig aus der Kalten eine neue Folge „Sie reden“. Die dreibeinigen Podcaster haben sich zwar in den letzten Monaten das ein oder andere Mal getroffen und sogar dabei getanzt (dazu später mehr), doch nie war ein Aufnahmegerät griffbereit, wenn man es brauchte. Bis zu jener schicksalhaften Nacht! *Donner* Die eigentlich ein Nachmittag war.
Es ergab sich, dass der Berliner Teil des Castes urlaubstechnisch in der Lausitz weilte und das auch noch nur wenige Kilometer von der Geburtsstätte des ersten Computers entfernt. Dem berühmten Kind der Stadt Hoyerswerda hat ebendiese unter anderem eine Ehrenbürgerschaft verliehen, diverse Straßen und Plätze und Ehrenmedaillen nach ihm benannt und ein Hochhaus gebaut, das des Nächstens ein wenig vor sich hin rechnet und leuchtet

Weil Ihr ja alle nicht auf den Kopf gefallen seid, wisst Ihr schon anhand des Titels, von wem und was wir hier reden:
Konrad Zuse
Hat den ersten funktionsfähigen, elektronischen, frei programmierbaren Rechner gebaut, der damit der Urvater sämtlicher Computer ist. Und damit sowas ist wie Wernherr von Braun und die V2 für die internationale Raumfahrttechnik. Hier mal recht anschaulich dargestellt.

Seit 1995 gibt es das Zuse-Museum in Hoyerswerda, seit 2007 in der heutigen größeren Form und ab September 2026 ist Schluss mit lustig. Es lohnt sich nicht mehr, weil nicht genug Leute kommen. Der Freistaat gibt kein Geld mehr, die Türen bleiben zu. Jedenfalls für Einzelbesucher. Gruppenbesuche sind weiterhin möglich. Sascha wollte deshalb unbedingt vorher nochmal hin und hat bei Sebastian offene Speicherbänke eingerannt. Und so gibt es eine der berühmt-berüchtigten dreibeinigen Museumstouren. Diesmal allerdings nicht direkt aus der Ausstellung, sondern als Resumee vorm Eingang. Natürlich schweifen wir ab (was sich auch anbietet) zu eigenen Computererfahrungen der frühen bis späten 80ern und dies und das und Ananas.
Hier noch einige Impressionen:
Darüber haben wir (unter anderem) geredet:
- Kein Geld für Zuse – das Museum muss (teilweise) schließen
- Der Zuse Z3
- Der KC Compact war ein DDR-Klon des Schneider CPC
- Der VEB Robotron war für die DDR-Computerentwicklung zuständig
- Doch nicht für Radar gedacht: Das graphische Bildschirmgerät GD71 kam u.a. bei der Konstruktion und Berechnung von Werkzeugmaschinen zum Einsatz
- Ein Computer für jedes Klassenzimmer: Der BIC (Bildungscomputer) A 5105 sollte in der DDR-Computerwissen vermitteln
- Ähnliches machten die BBC und das britische Bildungsministerium mit dem BBC Micro
- In der BRD setzte Helmut Kohl währenddessen auf Kabel statt Glasfaser. Digitalkompetenz der CDU eben.
- Ein Abriss über die Einführung des Informatikunterrichtes in der BRD
Und jetzt viel Spaß bei alten Männern, die über alte Technik schwärmen.
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